 |
Zsófia Dankó (1962)
Es gibt nur eine Erkenntnis, alles andere ist nur Stückelung:
Unter Dir ist die Erde, über Dir ist der Himmel, in Dir ist die
Leiter." W.S.
|
Zsófia Dankó
Mein hauptsächliches Betätigungsfeld, was ich sehr gerne mache, das
sind die eingeladenen Wettbewerbe oder komplizierte, aber vom
Volumen her kleinere Aufträge. Ich wähle aus, welchen Auftrag
ich annehme, weil es auch zum Freiheitsgrad gehört, andererseits,
weil ich meine Ausgaben an meine Einkünfte anpasse, und nicht
umgekehrt. Wenn es eine anstrengende Phase gibt, in der man anständig
bezahlt wird, dann ist man auch verpflichtet, Rücklagen zu bilden,
weil es in unserem Beruf nicht immer heißt, dass man davon gut
leben kann. Miklos Jancso, Filmregisseur und ich haben zwei Kategorien
für unsere Aufträge, einmal gibt es die gut bezahlten, worüber
wir nicht sprechen, und es gibt die Liebeswerke; über sie unterhalten
wir uns.
.dieses Leben ist sehr anstrengend und braucht sehr viel Kräfteeinsatz
und viel harte Arbeit.
Man braucht sehr viel Improvisation und Umorganisation. Ich halte
es für kein normales Leben, gerade nicht für eine Frau. Jeder muss
das für sich akzeptieren, dass wenn man für eine Zeit raus ist,
dann wartet der Auftraggeber nicht so lange und er hat auch kein
Verständnis. Das ist ein Fall von Kompromissen. Es ist klar, dass
manchmal mein Privatleben den Vorrang hat, und man versucht das
Chaos schnell in den Giff zu bekommen, wie beim Feuerlöschen. Es
gibt dann wiederum Phasen, in denen man sich vollkommen auf den
Beruf konzentrieren kann. Es gibt keine Unterstützung, man kann
nur mit sich selber rechnen. Wenn jemand kein Selbstbewusstsein
hat, dann hat er nicht das Gefühl, dass er was kontinuierlich durchziehen
kann -Frauen neigen sowieso dazu -und man gerät schnell in´s Abseits.
Das ist keine Lehrerlaufbahn, wo man für zwei Jahre eine Auszeit
nehmen kann, und wo man sich nachher ohne weiteres vor die Klasse
stellen kann. |
|
Methodistenzentrum in BUDAPEST
Ort: Kiscelli ut 73, Budapest III.
Architektin: Zsófia Dankó
Aufgrund unserer Wettbewerbsarbeit konnten wir in eine schmale
Grundstückslücke eine mehrfunktionale Gebäudeeinheit setzen. Von
der Strasse aus kann man sich gar nicht vorstellen, dass in diesem
1800 M2 beinhaltenden Haus der Gebetssaal, Gemeinschaftsräume,
sowie eine Tiefgarage, Büros, Bibliothek, Seelsorgerwohnung, Wohn-
und Gästezimmer und im Dachraum noch ein großer Saal zu finden
sind. Der von der Strasse zurückgesetzte Hauptzugang öffnet das
Gebäude schon von außen, lockt zum Eintritt, da die enge Strasse,
sowie die aus symbolischen Gründen ausgebildete Baumasse die Sicht
an sich zieht. Im Inneren findet der zweigeschossige Gebetssaal
Anschluss zu seinen Gemeinschaftsräumen, der Verbindungsraum im
Obergeschoss ist kein geschlossener, sondern ein galerieartig gestalteter,
offener einladender Treffpunkt. Die Raumkonstruktion des Gebetssaals,
die Oberflächen, die Einrichtungen streben eine Formulierung nach
Behütung, Heimatlichkeit, und nach einem humanen Maßstab zwischen
den leblosen Materialien an. Die sichtbaren inneren architektonischen
Elemente sind roh und einfach. Wichtigste Aspekte unserer Vorstellung
waren, dass die innere Atmosphäre, die Wand- und Bodenbeläge, die
Farbenwelt eine harmonische Verbindung zur Gesamterscheinung beitragen
sollen. Reinlichkeit, Ordnung und Harmonie sind auch wesentliche
Elemente des Innenausbaus. Die Innenseite des Gebäudes bereichern
Übergangsräume, Terrassen und Freiräume für Versammlungen und sichern
zugleich den Gartenanschluss. |
|